Wer jemals im Leben ein gut geführtes Tierheim besucht hat, weiß, dass dort zwar die äußeren Bedingungen stimmen. Bei allem Bemühen der Mitarbeiter bleibt jedoch keine Zeit, sich um das einzelne Tier über die ordnungsgemäße Versorgung hinaus noch intensiv zu kümmern. Ein paar nette Worte und gelegentliches Kraulen - das war's.
|
Zweck eines Tierheims ist schließlich auch nur die vorübergehende Unterbringung, ein Grundgedanke, der leider nur allzu oft durch die Praxis widerlegt wird. Wir vom Katzenschutzbund e.V. haben uns von Anfang an dafür entschieden, alle Katzen 'privat' unterzubringen. Nur so erhalten Findlinge, ausgesetzte oder abgegebene Katzen den Zuspruch, den sie in ihrer schwierigen Lebenssituation brauchen. Manchmal dauert es Monate oder gar Jahre, bis dass eine Katze, die Übles erfahren hat, wieder Zutrauen fasst. So etwas wäre in einem konventionellen Tierheim nicht möglich. |
Doch auch unser Potential ist erschöpft. Es fehlt an Pflegeplätzen. Nur wenige Katzen finden noch ein vorübergehendes Zuhause. Die von Tierpaten finanzierten Gnadenbrotkatzen belegen einen großen Teil der geringen Kapazitäten.
Gründe: Wir verschachern die Katzen nicht wie eine Ware und geben sie an den Erstbesten weiter, der sie nimmt. Alter oder Körperbehinderung sind kein Grund, eine Katze zu töten. Sie muss auch bleiben dürfen, wenn sie mehrfach den Platz gewechselt hat und sich psychische Störungen bemerkbar machen. Dabei geht natürlich ein Pflegeplatz verloren, egal, ob die Katze im Verein verbleibt oder von einem Mitarbeiter 'adoptiert' wird.