Paradies für Katzen

Unsere Schützlinge

Stellvertretend für die vielen Katzen haben wir einige unserer Stubentiger ausgewählt, die wir Ihnen nun präsentieren möchten. Mit Ausnahme von "Lusya" handelt es sich dabei um Katzen, die wir nicht vermitteln können. Und immer ist auch der Grund ein anderer.

Beginnen wir mit "Amy" und "Kitty" dar, unsere beiden Bonsai-Tiger. Die extrem kleinwüchsigen Wurfgeschwister sind jetzt zwei Jahre alt und hätten eigentlich zusammen vermittelt werden sollen. Das wäre nicht ganz einfach gewesen; denn einerseits sind beide Fremden gegenüber recht zurückhaltend, andererseits waren die anderen Geschwister an FIP erkrankt und mussten getötet werden.

FIP ist eine Infektionskrankheit, deren Behandlung aussichtslos ist. Sie wird durch mutierte Viren hervorgerufen. Das Virus an und für sich hat nur eine harmlose Durchfallerkrankung zur Folge. Unsere beiden Bonsai hatten Glück. Bei ihnen ist das Virus augenscheinlich nicht mutiert. Trotzdem wäre seinerzeit die Vermittlung vorsichtshalber nur auf einen Platz ohne weitere Katzen infrage gekommen. Leider haben wir ihn nicht gefunden.

Heute haben sich die beiden vollends an unser Haus gewöhnt. Sie jetzt zu vergeben, könnte fatale Folgen haben. - Schon oft wurde berichtet, dass eine FIP bei besonderen Stresssituationen doch noch ausgebrochen ist.

"Amy" und "Kitty" repräsentieren eine große Gruppe von Katzen, die immer wieder ein Problem für uns darstellen; nämlich die der Jungkatzen, die bei Fangaktionen mit ins Netz gehen.

Amy
Kitty

Die Kätzchen sind nicht eingeplant, wenn es darum geht, Kätzinnen zwecks Kastration einzufangen. Sie können noch nicht kastriert werden. Wir können sie aber auch nicht einfach in ihrer Umgebung belassen, weil sie im darauffolgenden Jahr schon selbst Junge hätten. Dadurch würde das Problem nur verschoben.

Es bleibt uns also nichts anderes übrig als die manchmal schon halb verwilderten Jungtiere aufzunehmen, sie handzahm zu machen und ans Haus zu gewöhnen und anschließend auf einen guten Platz zu vermitteln.

Das ist nicht immer leicht. Bei häufig zehn oder mehr Kätzchen, die so an einem Wochenende zusammen kommen, tun wir uns schwer, auch für das zurückhaltendste Katzenkind noch einen guten Platz zu finden.

Ein besonderes Problem stellen auch behinderte Katzen dar, insbesondere wenn es sich um ehemalige Freigänger handelt. Es ist nicht so, dass z.B. eine dreibeinige Katze draußen überhaupt nicht mehr zurecht käme. Im Gegenteil, die Tiere veblüffen uns ein ums andere Mal, wie gut sie mit ihrer Behinderung leben können.

Josie

Dennoch besteht natürlich keine Chancengleichheit. Zahmen Katzen sollten unbedingt an die Wohnung gewöhnt werden.

Das gilt auch für "Josie".

Wir zeigen Ihnen hier gleich zwei Fotos, um jenen Leuten entgegen zu treten, die behaupten, eine einäugige Katze sei doch nicht mehr schön und man solle sie besser einschläfern.

Darauf kann man unschwer erkennen, dass von den anfangs übel aussehenden Spuren der Operation schon bald nichts mehr zu sehen ist.

"Josie" ist seit Herbst 2000 bei uns. Sie wurde uns von Mitarbeitern einer Kurklinik übergeben, nachdem sie permanent vom Hausmeister gejagt worden war. Ob das, was mal ihr linkes Auge war, durch eine Verletzung oder eine unbehandelte Infektionskrankheit zerstört wurde, wusste nicht einmal mehr die Tierärztin zu sagen.

Es konnten allein die fauligen Reste entfernt und die Augenöffnung zugenäht werden.

Uns Menschen gegenüber ist Josie auf Grund ihrer schlechten Erfahrungen ein wenig scheu. Nur bei der Fütterung lässt sie sich ein wenig streicheln. In "Jimmy" (ohne Foto), einem ebenfalls sehr zurückhaltenden schwarzen Kater, hat sie aber einen Gefährten gefunden, der sie auf Schritt und Tritt begleitet.

Last but not least "Lusya". Das noch junge, verspielte Katzenmädel sollte getötet werden. Nach einem unsachgemäß behandelten Beckenbruch kam es auf Grund neurologischer Ausfälle zu einer chronischen Verletzung an der Pfote.

Was blieb uns anderes übrig, als sie zu uns zu nehmen? - Ich denke, wir sind uns wohl alle darüber einig, dass eine Fussverletzung (die übrigen zwischenzeitlich ausgeheilt ist) kein Grund für eine Euthanasie ist. "Lusya" ist sehr zutraulich. Auf dem Schoß mag sie nicht lange bleiben (möglicherweise durfte sie das früher nicht), nimmt aber gerne auf der Couch neben uns Platz.

Die Vermittlung gestaltet sich hingegen schwierig. Da ist zum einen der auf Grund ihrer Körperbehinderung etwas stacksige Gang und zum anderen reagiert sie auf alles, was ihr nicht passt, idem sie ihr "großes Geschäft" außerhalb der Katzentoilette hinterlässt.

Tiere wie "Lusya", die den Menschen als Partner anderen Katzen vorziehen, reagieren oftmals sehr sensibel. Würde sie noch einmal den Platz verlieren, hätte das fatale Folgen. Wir werden sie deshalb nur an einen Kenner abgeben, der auch ihre Eigenarten akzeptiert.

Lusya

Fazit: Wenn wir den individuellen Bedürfnissen der uns anvertrauten Katzen wirklich gerecht werden wollen, müssen wir damit leben, dass nicht alle Katzen vermittelt werden können, und schon garnicht von heute auf morgen.

Wir können auch nicht umhin, Katzen bei uns aufzunehmen, es sei denn, wir würden unsere Arbeit einstellen. Um so wichtiger ist es, nicht nur für das leibliche und seelische Wohl der heute in Vereinsbesitz befindlichen Katzen zu sorgen, sondern die Weichen zu stellen, künftig noch mehr Tieren in gleicher Weise helfen zu können.

zurück